Mittwoch, 28. Dezember 2016

Freund oder Feind?

Ich zitiere aus dem Hardcover-Einzelband "Entenhausens Most Wanted", der besonders durch seinen hohen Anteil an Maus-Geschichten auffällt (~ 250/430 Seiten, obwohl nur 8/19 Geschichten):


"

Superman und Lex Luthor, Batman und der Joker, Sherlock Holmes und Professor Moriarty - keine Beziehung ist so speziell wie die zwischen einem Helden und seinem Erzfeind.


Wie wahr, wie wahr, kann ich da nur sagen. Doch diese Worte gelten nicht nur für die angesprochenen Figuren, sondern finden natürlich auch im Entenhausen-Universum Bedeutung, am meisten würde das vielleicht auf Micky Maus und Kater Karlo zutreffen.
Es gibt eine ganze Reihe von Geschichten, in denen das Verhältnis zwischen Micky Maus und Kater Karlo nicht nur als Erzfeinde beleuchtet wird. Treffende Beispiele finden sich in der Liste (momentan noch recht kurz) am ganz unteren Ende dieses Eintrags. Doch betrachten wir heute einmal nur eine dieser Geschichten: "Ein Gauner auf Verbrecherjagd", ebenfalls abgedruckt im Band "Entenhausens Most Wanted - Schwere Jungs und leichte Beute":

StorycodeI TL 2056-1P
Seitenzahl: 56 Seiten
Originaltitel: Gambadilegno e il rapimento di Topolino
Veröffentlichung(en) im Entstehungsland: Italien, Topolino 2056 (1995); Tutto Disney 20 (2001); I Grandi Classici Disney 3 (2016)
Veröffentlichung(en) in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Lustiges Taschenbuch 216 (1996); Entenhausens Most Wanted
Story: Silvano Mezzavilla
Zeichnungen: Giorgio Cavazzano

Die Handlung beginnt an einem uns eher unbekannten Ort inmitten des schönen Entenhausens: Kater Karlos Eigenheim. Dort gibt gerade sein Fernseher den Geist auf, als Trudi ihre Lieblingsfernsehsendung "Die Tränen der Reichen" schauen will. Doch man ist ja handwerklich begabt und deshalb macht sich ihr Gatte gleich an das Gerät, doch...

Hier ist ein echter Könner am Werk...

Da unser "Käterchen" in diesem Gebiet doch nicht so begabt ist - er hat ja schließlich schon Micky gejagt und gefoltert, als das Fernsehen in Deutschland noch nicht weit verbreitet war (Kater Karlo wurde übrigens vor Micky Maus erfunden!) -, macht er also "Überstunden" und versucht, einen Fernseher zu stehlen. Doch unser Karlo ist wohl auch nicht mehr der Jüngste; nach seinem Fehlschlag muss er beobachten, wie unser Held so vieler Comic-Geschichten einfach...

Kater Karlo wird Zeuge dieses Vergehens...

Zunächst freut er sich über die Entführung seines größten Gegners, da er meint, nun leichter Verbrechen begehen zu können. Doch sein erster Versuch - ein Banküberfall - schlug fehl:

Wie man sieht, hat diese Geschichte einen einzigartigen und doch Faraci-ähnlichen Humor; trotzdem wird die Spannung aufrecht erhalten. Genau diese Kombination macht die Story toll. Die meisten Scherze gehen jedoch auf Karlos Konto, der wie unten erwähnt im Laufe der Zeit mehr und mehr zu einer "Witzfigur" wurde.



Er findet heraus, dass sich diese Gauner, die ab sofort Entenhausen unsicher machen sollten, auf einem alten Campingplatz niedergelassen haben. Dort sucht er nach weiteren Informationen, die ihm Rückschlüsse auf die Entführung meiner Lieblingsmaus geben könnten.

Zu viel gegessen...? ;-)


HAAALT, stopp! Karlo versucht, Micky zu befreien?! Ist er denn verrückt geworden?! Um diese Frage zu beantworten, müssen wir erst einmal ein wenig in die Vergangenheit blicken:

18. November 1928: Der Kurzfilm "Steamboat Willie" wird uraufgeführt, in dem Micky sein Debüt feierte. Darin herrscht Karlo, zu der Zeit noch kein kriminelles Genie, über Micky, indem er ihn zum Kartoffelschälen verurteilt.
Knappe acht Jahre später schafft es "Micky Maus bei der Fremdenlegion" in die amerikanischen Zeitungen, eine Fortsetzungsgeschichte von Floyd Gottfredson, in der Peg-Leg Pete Micky ja regelrecht foltert. Genaueres ist im Link zu lesen.
Doch dann: Drei Jahre später erfindet Gottfredson das Schwarze Phantom und setzt es lediglich ein Mal ein. Er konnte ja damals nicht ahnen, welche Auswirkungen der Auftritt des Phantom Blot auf Kater Karlo haben würde: Während Autoren wie Guido Martina dem früheren "Geist" des Kater Karlo treu blieben, setzte sich bei den Italienern nach und nach ein Trend durch: Karlo wurde ab den 90er Jahren mehr und mehr anders charakterisiert, um sich deutlich vom Phantom zu unterscheiden. Ja, Karlo wurde zum Teil sogar zu Mickys Freund, da der wirklich schlimme Feind nun ja das Schwarze Phantom wurde. Und was die Italiener da taten - genaue Namen kann ich nicht nennen, aber Faraci und Mezzavilla gehören mit Sicherheit dazu -, bereuen sie bis heute nicht; noch immer wird der eher "sanfte" Karlo verwendet. Man kann daraus eigentlich fast schon Parallelen zum "Wandel" von Micky Maus schließen: Zunächst der lustige kleine Bub, dann der von vielen als "Spießer" bezeichnete Langhosenmicky, und zuletzt T.A.F.K.A.M.M. (The artist formerly known as Mickey Mouse) und der italienische moderne Herr Maus, der praktisch eine Mischung aus beidem ist. Alles entwickelt sich eben. Wie trostlos wäre das Leben, wenn immer alles gleich bliebe? Nein, die Disney-Comics zeichnen sich gerade durch diese bunte Vielfalt aus, von Krimi bis Superhelden ist (fast) jedes Genre vorhanden. Insofern ist es natürlich auch nicht schlecht, wenn sich Karlo eben mal von seiner freundlicheren Seite präsentiert - gerade das macht die Figuren ja auch vielschichtiger. Und genau aus diesem Grund ist Kater Karlo auch einer meiner Lieblingsgangster aus Entenhausen. Gundel Gaukeley und die Panzerknacker mochte ich nie, das sind eindimensionale Figuren, die ständig nur hinter Dagoberts Geld her sind. Doch Karlo ist interessanter, da er sich weiterentwickelt hat: Vom Hindernis Mickys zu seinem Freund. Früher konnten sie nur schwer miteinander leben, heute kommen sie kaum ohne einander aus.

Gerade auch unsere Geschichte "Ein Gauner auf Verbrecherjagd" verleiht der Figur Kater Karlo eine enorme Tiefe: Eigentlich wollte er doch nur ermitteln, wer hinter den neuen Gaunern steckt, doch tief im Innern will er ja nur Mickys Entführung aufklären. Ganz am Ende befreit er ihn sogar - in den 1930ern wäre das wohl kaum möglich gewesen.

Karlo findet Micky im Haus der Entführer. In seinem ausdrucksstarken Gesichtsausdruck kann man Mitleidsgefühle entdecken, denn Karlo ist nicht mehr so "hart" wie vor vielen Jahren. Ein wenig lässt sich diese Entwicklung auch mit Dagobert Duck vergleichen: Zuerst der alte Miesepeter, später jedoch stellt sich heraus, dass unter dieser steinharten Schale ein butterweicher Kern steckt.

Solche perfekten Charakterisierungen der Figuren sind für Silvano Mezzavilla typisch - etwas später wird er sogar in "Villa der verschwundenen Dinge" Micky Maus auch vieldimensional darstellen. Zusammen mit Cavazzanos Zeichnungen ist das Duo ein echter rarer Geheimtipp. Mezzavilla hat zwar nur wenige Geschichten geschrieben, dafür aber durchgängig gute. Anders als Vielschreiber und Massenproduzenten wie Carlo Panaro gibt sich Mezzavilla richtig viel Mühe, das ist mit Don Rosa zu vergleichen. Trotzdem ist er stets im Untergrund geblieben.

Meine Bewertung von "Ein Gauner auf Verbrecherjagd":

Handlung1,5
Zeichnungen1,2
GESAMT1,4

An solch einer Geschichte sollten sich auch die modernen Autoren ein Beispiel nehmen: Anstatt immer nur Micky-Storys zu produzieren, könnte man auch mal lange Comics mit Nebenfiguren wie eben Karlo produzieren. Tja, Mezzavilla war eben seiner Zeit voraus und hat erkannt, dass die ewigen trockenen Kriminalfälle (wobei oft auch sehr gute dabei sind!) zu nichts führen. Deshalb ist hier nie Mickys Körper komplett zu sehen, entweder, man kann aufgrund der Dunkelheit kaum etwas von ihm erkennen, oder, man sieht in nur durch den kaputten Fernseher. Dafür ist Karlo in eigentlich jedem Panel zu sehen, ja, die ganze Story ist aus seiner Sicht gezeichnet. Carlo Panaro hätte die Kamera wahrscheinlich bei Micky platziert, doch Mezzavilla macht es anders. Ein genialer Mann, wie ich schon erwähnte.
Vielleicht wurde die Geschichte deshalb so schnell in Deutschland veröffentlicht. Silvano nimmt sich hier auf den 56 Seiten genügend Platz, um eine originelle Kriminalgeschichte aufzubauen, die von Giorgio Cavazzano ansprechend umgesetzt wurde. Aber Genaueres zu dessen Zeichnungen habe ich ja bereits in meinem ersten Eintrag erwähnt. Unterm Strich haben wir hier also eine echte Perle.

Fazit: Karlo hat sich im Laufe der Zeit von einem rachsüchtigen, blutrünstigem Bösem zu einem liebenswerten, vieldimensionalen, auf Micky angewiesenen... äh, "Verbrecher" entwickelt, wobei diese "Verbrechen" immer häufiger scheitern. Die Figur des klassischen Superschurken hat sich in Entenhausen regelrecht zweigeteilt: Das Schwarze Phantom ist dann sozusagen die "schlechte Seite"; Kater Karlo die "gute". Ob Kater Karlo für Micky nun Freund oder Feind darstellt, kann man nicht wirklich beantworten. Meine persönliche Antwort auf diese Frage lautet:
Freund und Feind



Lesetipps:


Im Strudel der Zeit
Autoren: Tito Faraci und Francesco Artibani
Zeichner: Giorgio Cavazzano
I TL 2243-1 - Deutsche VÖ: Lustiges Taschenbuch 267; Alles über Micky Maus
Zur Rezension auf fieselschweif.de!


Die Maus ist raus
Autorin: Gabriele Mazzoleni
Zeichner: Ettore Gula
I TL 3149-5 - Deutsche VÖ: Lustiges Taschenbuch 489
Kater Karlo wünscht sich, es würde Micky nicht geben. Als sein Wunsch schließlich in einem Traum in Erfüllung geht, zeigt sich, dass der Mäuserich in seinem Leben doch eine größere Rolle spielt als gedacht.
Die Geschichte wurde auf kappelboden.ch mit vier von sechs möglichen Punkten bewertet.
Kurze Rezension der Geschichte


Aus dem Ruder gelaufen
Story: Tito Faraci
Zeichner: Giorgio Cavazzano
I TL 2394-1 - Deutsche VÖ: LTB Maus-Edition 3
Micky Maus erfindet eine Notlüge, um sich vor Minni zu "drücken". Dies ergibt eine urkomische Gagstory, in der Micky und Karlo mehr oder weniger zusammen gegen das Schwarze Phantom ankommen müssen.


---Liste wird ggf. noch fortgesetzt, bei Vorschlägen mich kontaktieren---

Samstag, 13. August 2016

Auf hoher See mit Merill De Maris

Heute kommt der erste Eintrag, der zu dem Namen "Topolinia" im Titel des Blogs gehört. Dennoch wird dieser Text nicht dem Leitfaden meines Blogs folgen, denn die Geschichte, die ich nun vorstellen werde, wurde in Amerika kreiert.
Eigentlich steht da oben auch nur "Schwerpunkt italienische Disney-Comics", dann wird das hier der "Leichtpunkt", also die (hoffentlich einzige) Ausnahme sein.
Doch nun zur Story.
Vor 79 Jahren und etwa einem Monat konnte man den letzten Strip in der Zeitung bewundern; auf Deutsch kann die Geschichte nur in dem 1975 erschienenen Melzer-Band gelesen werden.
Doch nun erst mal zur Handlung:
Nachdem Micky sein großes Abenteuer "Micky und der königliche Doppelgänger" (Link ab Februar 2017 verfügbar) erlebte, fordert ihn Minni auf, endlich mal einen richtigen Beruf zu finden. Micky entdeckt - zum großen Entsetzen Minnis - das Walfangen für sich.
Er erzählt Goofy von seinem neuen Hobby und komplett zufällig erblicken die beiden ein Plakat, auf dem Folgendes steht:




Natürlich sind die beiden (bzw. nicht Goofy, der dann doch noch überzeugt wird) komplett begeistert, machen sich sofort auf den Weg und machen auf der "Narzisse" Bekanntschaft mit dem griesgrämigen Kapitän.
In der Nacht fährt das Schiff schließlich vom Hafen ab, wobei Micky in der Kombüse arbeiten muss - anfangs noch gut gelaunt -, Goofy jedoch als Putzkraft. Mit der Zeit erfahren sie, was wirklich hinter dem Walfang steckt: Auf das Fangen, Töten oder Vertreiben des Wals ist eine Art Lösegeld ausgesetzt. Der Kapitän ist jedoch so gut wie pleite, sodass der Wal unbedingt gefangen werden muss, um die Mannschaft zu bezahlen und das Schiff nicht verkaufen zu müssen. Nach zwei Versuchen, den Wal zu töten, rudern Micky und Goofy zum Fischen aufs offene Meer hinaus. Doch wem begegnen sie?

Der berühmte (und einsame) Wal

Micky entdeckt, dass Moby (der Wal) doch nicht so blutrünstig und böse ist, wie alle glauben, sondern ein eher friedliches Geschöpf; er will daher nicht, dass er stirbt.
Zurück an Bord erblickt die Mannschaft ein sonderbares Schiff namens "Orca". Schon bald stellt sich heraus, dass der Inhaber dieses Schiffes kein Anderer als Kater Karlo ist, der in jener darauffolgenden Nacht die Maschinen der "Narzisse" sabotieren will. Zufälligerweise begegnet er dabei Micky und entführt ihn.

Entschuldigt den schiefen Scan...

Währenddessen ist der Kapitän fest davon überzeugt, Micky hätte die Geräte sabotiert und desertiere nun.
Wer nun wissen will, wie die hoffnungslose Lage noch ins Lot gebogen werden kann (die Auflösung ist ebenso einfach wie genial), sollte sich in sämtlichen Internetshops nach "Ich Goofy" umsehen. Es handelt sich hierbei um einen jahrzehntealten Melzer-Band, in dem fünf Gottfedson-Klassiker erschienen sind, jeweils sechs Strips pro Seite. Der Band lohnt sich, es ist auch die in meinen Augen drittbeste Geschichte Gottfredsons enthalten,  "Jagd auf das Phantom". Leider ist dieser Band so schwer erhältlich, dass Tausende Leser nicht in den Genuss dieser Geschichte kommen. Eine Gesamtausgabe aller Gottfredson-Tagesstrips ist auf Deutsch längst fällig, zumal noch nicht einmal alle Strips dieses herausragenden Künstlers ins Deutsche übersetzt wurden!
Nun aber zurück zu dieser Story. Und die gehört mit 125 Strips zu den längeren Werken von "Arthur". Somit bleibt einerseits sehr viel Platz für die "Entfaltung" der Handlung, andererseits ist es natürlich doof, ein Dritteljahr zu warten, bis man das Ende erfährt. Diese Länge bewirkt auch eine hervorragende Struktur. Man bemerkt in der Geschichte einen immer unterschiedlichen Spannungsbogen: Es beginnt ruhig, nimmt langsam Fahrt auf, wird wieder ruhiger, nimmt wieder Fahrt auf und endet entspannt mit weiteren 8 Strips, die man eigentlich hätte streichen können.
Des weiteren lässt sich die tolle Atmosphäre auf die Struktur zurückführen. Die schöne und teilweise auch raue Stimmung auf hoher See wurde hier perfekt eingefangen, was nicht zuletzt auch an der Kolorierung liegt, die hier zwar teilweise völlig daneben ist, aber andererseits oft auch sehr gut gemacht wurde. Die Panels bei Nacht sind nämlich schon so dunkel, dass sie teilweise die Bleistiftzeichnungen überdecken, andererseits wurde folgendes Bild hervorragend koloriert:


Atemberaubende Bilder von Floyd Gottfredson


Wie ihr seht, hat auch Floyd Gottfredson hervorragende Arbeit geleistet. Man sieht auch, dass er sich ständig wandelt: Sein Strich ist nicht mehr ganz so dick wie in den Anfangsstrips, allerdings auch nicht so dünn wie später. Mickys Augen sind noch fast komplett schwarz und er trägt noch die kurze Hose, mit der Gottfredson allemal besser umgeht als die Dänen 60 Jahre danach.
Besonders auffallend ist allerdings, dass Mickys Mund scheinbar "wandert":

Ein Beispiel für die "Mundwanderung

Eine Ähnlichkeit zu Casty lässt sich daher nicht verleugnen, gerade, wenn der Mund geschlossen ist.

Was ich an der Geschichte liebe, ist die ständige Antipathie. Der Kapitän verhält sich fast die ganze Geschichte über griesgrämig und schreit fast jeden an, der ihm über den Weg läuft, ja, eigentlich ist die gesamte Mannschaft bis auf Micky brutal, der einen wunderbaren Kontrast dazu bildet. Alle wollen den Wal töten, nur Micky (und teilweise Goofy, der ja eigentlich nie eine richtige Meinung hat) will dies verhindern. Die Moral der Geschichte lautet in meinen Augen daher "Egal, was geschieht, die Liebe existiert immer". (Lest in den letzten Strips nach, warum.) Und bevor ich mir noch vorkomme wie irgendein Psychiater, erzähle ich lieber gleich weiter:
So ganz unsympathisch, wie ihr nun vielleicht denkt, ist die Story dann doch nicht (gerade dieser Kontrast zu Gut und Böse erzeugt die Atmosphäre), es sind relativ zu anderen Gottfredson-Strips viele Gags vorhanden.
Micky verhält sich streckenweise freundlich, teilweise jedoch auch frech (dem Kapitän gegenüber):

Der traut sich aber was!


Der Kapitän in einem seiner Wutausbrüche
















Er ist eben anfangs gut gelaunt, aber später macht ihm sein Job allmählich keinen Spaß mehr.
Goofy spielt hier eigentlich kaum eine Rolle, er ist mehr oder weniger der gewöhnliche Begleiter Mickys, der gewöhnliche Trottel.
Meine Lieblingsfigur ist und bleibt jedoch der Kapitän. Er steht hierarchisch über Micky, was in älteren Geschichten oft vorkommt, aber in neueren etwas untergeht. Er ist einfach die perfekte "Würze", ohne ihn wäre der Comic langweilig. Micky hat sehr viel Respekt vor ihm, der Leser daher auch. Dennoch muss man darüber schmunzeln, wie sich der Kapitän auf fast jeder Seite über irgendetwas aufregt. Erst am Ende offenbart er seinen weichen Kern.

Der Kapitän: Harte Schale, weicher Kern

Fazit: Die eher bedrückende Atmosphäre (und teilweise Gewalt: Der Wal soll ja getötet werden, aber Brutalität ist bei Floyd nichts Besonderes mehr) und originelle Grundidee konnten mich voll überzeugen. Daher handelt es sich hierbei um einen überdurchschnittlichen Zeitungsstrip von Floyd Gottfredson.

Brutalität sind wir ja schon von den anderen Gottfredson-Strips gewohnt...


Storycode: YM 035
Seitenzahl: 125 Strips, entspricht 21+2/6 Seiten im sechsreihigen Layout
Originaltitel: The Mighty Whale Hunter
Veröffentlichung(en) im Entstehungsland: USA, Zeitungen 07.02. bis 01.07.1938; Mickey Mouse Magazine 41-42, 44-45, 47 (1939); Goofy - Best Comics (1979); Floyd Gottfredson Library 5 (2014)
Veröffentlichung(en) in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Ich Goofy 1 (1975); Mickey Mouse 1938 (Englisch)
Story: Merill De Maris
Zeichnungen: Floyd Gottfredson (Bleistift), Ted Thwaites (Tusche)

Hinweis für Gottfredson-Fans: Erst diese Woche erschien in Italien ein Remake der darauffolgenden Geschichte, "Die Klempner-Bande". Alles Weitere dazu hier.