Sonntag, 26. Juni 2016

Das Leben in Jungle Town

Wenn Tito Faraci und Giorgio Cavazzano am Werk sind, dann kann das eigentlich nur ein Highlight werden. So auch 2006 in der speziellen Einzelgeschichte "Jungle Town", die eigentlich keine wirkliche Disney-Geschichte ist, sondern viel mehr ein eigenständiger Comic für Erwachsene, spürbar vor allem an den vielen disney-untypischen Handlungselementen. Beispielsweise wird geraucht, geschossen, geflucht, gespuckt, gesoffen sowie über Sex geredet.


Sehen wir uns nun zunächst den Inhalt an:
Wir starten in einem Golfclub namens "Frisches Grün".


Der Golfer Cavazzano beherrscht diese Bilder selbstverständlich perfekt.

Dort wird eine tote Ratte gefunden. Pfah, das ist doch nicht der Rede wert, könnte man meinen. Nicht so hier, denn in Jungle Town leben ausschließlich Tiere. Ob Hunde, Katzen, Schweine, Vögel - alle leben friedlich miteinander. Fast alle. In unserer US-ähnlichen Großstadt werden nämlich die Ratten rassendiskriminiert. Umso verwunderlicher ist der Leichenfund auf einem Golfplatz, den eigentlich gar keine Ratten betreten dürfen. "Sie könnte sich als die glimmende Zündschnur erweisen, die den brodelnden Schmelztiegel namens 'Jungle Town' zum Explodieren bringt", wird auf dem Buchrücken passend formuliert. Die Polizisten und Hauptakteure Rollo Rolling und Adam Bonnard werden gebeten (nun ja, wohl eher vom Polizeichef angeschrien), diesen Fall zu übernehmen. Die folgenden Seiten werden nicht ausschließlich dafür benutzt, den Fall aufzuklären, sondern auch, um die Figuren und ihre Charakterzüge genauer zu durchleuchten. Beispielsweise sind die Familienverhältnisse von Adam ein großes Thema: Wir lernen hier zum einen seine Ehefrau Marla, eine sehr selbstbewusste Frau, zum anderen aber auch ihre Kinder Bessy und Jacko und ihre Probleme kennen.


Originalzeichnung zu Adams Familie